Warum grundieren wir?

Warum grundieren wir?

Das Thema Grundierungen ist im Malerhandwerk ein sehr wichtiges und spannendes Thema. Zum größten Teil kommt der Maler in der heutigen Zeit nicht mehr ohne geeignete Grundierungen aus. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Untergründen und mögliche Aufbauten erschweren die Wahl der richtigen Grundierung. Sowohl im Neubau wie auch in der Renovierung und Instandhaltung sind Grundierungen unabdingbar. Um spätere Schäden am Bau oder optische Unregelmäßigkeiten in der Fläche zu vermeiden, ist die Wahl der richtigen Grundierung von großer Bedeutung.  

Was sagt die DIN und der Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz (BFS) dazu?  


Die für das Malerhandwerk gültige DIN Norm ist die DIN 18363 Maler- und Lackiererarbeiten – Beschichtungen. In Punkt 2 Stoffe, Bauteile Unterpunkt 2.2 Grundbeschichtungsstoffe ist beschrieben:  

"Grundbeschichtungsstoffe müssen die Saugfähigkeit von Untergründen mindern oder egalisieren und die Haftfestigkeit der folgenden Beschichtungen gewährleisten."

Im BFS Merkblatt Nr. 8, Innenbeschichtungen, Tapezier- und Klebearbeiten auf Betonflächen unter Punkt 7 Spachtelungen ist beschrieben:  

"…Bei ungenügender Saugfähigkeit ist eine haftvermittelnde, bei zu starker Saugfähigkeit eine das Saugverhalten vermindernde/egalisierende Grundbeschichtung vor der Spachtelung erforderlich…" 

Im BFS Merkblatt Nr. 10, Beschichtungen, Tapezier- und Klebearbeiten auf Innenputz unter Punkt 5 Oberflächenbehandlung ist beschrieben:  

"Die Auswahl der Werkstoffe richtet sich nach den zu erwartenden Beanspruchungen, der Beschaffenheit des Untergrundes und nach gestalterischen Anforderungen…"  


Im BFS Merkblatt Nr. 12, Oberflächenbehandlung  von Gipsplatten (Gipskartonplatten und Gipsfaserplatten) unter Punkt 4 Vorbereitung und Vorbehandlung des Untergrundes  Spachtelungen im Unterpunkt 4.2 Grundierung ist beschrieben: 

"Die Anforderungen an Grundbeschichtungen sind je nach der vorgesehenen  Beschichtung oder Verklebung unterschiedlich. Werkseitig aufgebrachte Grundierungen oder Imprägnierungen der Platten ersetzen nicht generell die Grundbeschichtung für die vorgesehene Beschichtung oder Verklebung. Sie sind nicht immer für jede Art der Oberflächenbehandlung in gleicher Weise geeignet. Auch wegen der meist stark saugfähigen Spachtelflächen ist in der Regel eine zusätzliche Grundbeschichtung erforderlich."  

"Fertig gespachtelte Gipsplattenoberflächen (Gipskartonplatten) sind immer zu grundieren." 

"Grundbeschichtungsstoffe mindern starke Saugfähigkeit und gleichen unterschiedliche Saugfähigkeit von Plattenoberflächen und Verspachtelung aus. Sie können auch haftvermittelnd sein."    
 

Fazit:
Die zu verwendeten Grundierungen sind weder in der DIN Norm noch in den BFS Merkblättern genauer festgelegt. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen an den verschiedensten Untergründen und möglichen Aufbauten. 
  

Aufgaben einer Grundierung


Grundieren von Decken- und Wandflächen sind im Malerhandwerk eine unerlässliche Aufgabe. Eine nicht oder falsch ausgeführte Grundierung kann häufig als Schadensursache ausgemacht werden. Ganz allgemein und unabhängig vom Material und Untergrund müssen die Flächen fest, trocken, sauber, tragfähig und frei von Ausblühungen, Sinterschichten, Trennmitteln, oder sonstigen verbundstörenden Zwischenschichten sein. Vorhandende Beschichtungen sind durch malerübliche Prüfmethoden auf Eignung, Trag- und Haftfähigkeit zu prüfen. Jede Grundierung ist für die Art der Spachtelung und den Untergrund abzustimmen. Die Hauptaufgaben einer Grundierung kann man in 5 Bereiche einteilen: 

  • Reduzierung der Saugfähigkeit
  • Verfestigung der oberen Randzone
  • Reststaubbindung
  • Haftvermittlung
  • Schutz vor Feuchtigkeit aus der Spachtelmasse    

Reduzierung der Saugfähigkeit:

Die Reduzierung der Saugfähigkeit ist einer der wichtigsten Aufgaben einer Grundierung. Sie sorgt für eine sichere und gleichmäßige Trocknung der Spachtelmasse. Des Weiteren gleicht sie bei Mischuntergründen die Saugfähigkeit an. Sie verhindert das sogenannte "Aufbrennen" der Spachtelmasse auf dem Untergrund. Durch das "Aufbrennen" entzieht der Untergrund der Spachtelmasse zu schnell das Wasser, welches dann dem Abbindeprozess nicht mehr zur Verfügung steht. Dies kann zu einem Verlust an Haftung und Festigkeit innerhalb der Spachtelmasse führen.  

Verfestigung der oberen Randzone:
Die Verfestigung der oberen Randzone ist für die Haftung von Spachtelmassen auf leicht porösen Untergründen elementar wichtig. Man sollte den leicht porösen Untergrund bis auf das "tragende Korn" abfegen und dann die dafür vorgesehene Grundierung verwenden. Es ist mit Grundiermitteln nicht möglich, einen im Querschnitt zu weichen/porösen Untergrund zu verfestigen. Hier würde man nur die obere Randzone verfestigen und nicht den gesamten Querschnitt. Dies führt häufig zu Abplatzungen der nachfolgenden Spachtelmasse durch die "Harte Schale auf dem weichen Kern". (siehe Bild 1) Insgesamt zu weiche/poröse Untergründe sind restlos zu entfernen.
 
Reststaubbindung:
Eine häufig unterschätzte Aufgabe einer Grundierung ist die Reststaubbindung. Der auf dem Untergrund vorhandene Reststaub der durch z.B. schleifen entsteht, wirkt ohne eine Grundierung als Haftungsstörung für die nachfolgende Spachtelung. Die Spachtelmasse kann keine ausreichende Verbindung mit dem Untergrund eingehen. Sie haftet zu einem Großteil nur auf den losen Staubkörnern und führt dann wiederum zu Abplatzungen der Spachtelung.  

Haftvermittlung:
Haftvermittelnde Grundierungen werden wie der Name schon sagt zur Haftung von Spachtelmassen auf verschiedenste Untergründen eingesetzt. Häufig kommen filmbildende Grundierungen zum Einsatz.  

Schutz vor Feuchtigkeit aus der Spachtelmasse:
Diese Eigenschaft wird häufig bei reversiblen Untergründen gebraucht. Grundsätzlich sind reversible Untergründe immer zu entfernen. Jedoch wie bei  z.B. abgewaschenen Leimfarben können in den Poren vom Untergrund immer noch leichte Leimfarbenreste vorhanden sein. Um einen späteren Schaden bei einer Spachtelung zu vermeiden, wirkt eine dafür vorgesehene Grundierung als Feuchtigkeitsschutz zwischen Spachtelmasse und Untergrund. Diese Eigenschaft der Grundierung verhindert das Anlösen der vorhandenen Leimfarbenreste.        

Welche Arten von Grundierungen gibt es?


Es gibt eine Vielzahl an Grundierungen auf dem Markt wie z.B. Tiefgrund, Putzgrund, Aufbrennsperre, Primer, Universalgrundierung, Haftschlämmen etc. Eine ganz schöne Auswahl. Bei der Art der Grundierungen kann man es in Feinstdisperse und Feindisperse Grundierung einteilen.


Feinstdisperse Grundierungen

Feinstdisperse Grundierungen dienen hauptsächlich der Verfestigung des Untergrundes. Dies ist im Malerhandwerk häufig der Tiefgrund. Feinstdisperse Grundierungen zeichnen sich durch eine größere Eindringtiefe aus und sind meistens nicht filmbildend (siehe Grafik 2). Es handelt sich aber nur um oberflächennahe Verfestigung (obere Randzone). Ein insgesamt weicher/poröser Untergrund muss in jedem Fall restlos entfernt werden.
     
Feindisperse Grundierungen  
Feindisperse Grundierungen dienen hauptsächlich zur Haftvermittlung zwischen Untergrund und Spachtelmasse. So können z.B. alte Lackfarben, glänzende Latexfarben oder Fliesen nach vorheriger Grundierung übergespachtelt werden. Feindisperse Grundierungen zeichnen sich durch eine hohe Haftung am Untergrund und zur Spachtelmasse aus. Die feindispersen Grundierungen sind meistens filmbildend (siehe Grafik 3). 

Tipp: Der häufig eingesetzte pigmentierte Putzgrund ist nicht immer die richtige Wahl. Er überzeugt stets durch eine hervorragende Haftung am Untergrund. Jedoch ist dieser nicht geeignet für nachfolgende Spachtelungen mit gipshaltigen oder hydraulisch abbindenden Spachtelmassen (Zementbasis). Es besteht keine ausreichende Haftung zwischen dem Putzgrund und Spachtelung sodass Abplatzungen, Risse oder ähnliche Schadensbilder auftreten können. (siehe Bild 4 und 5)

Und welche Grundierung empfiehlt SCHÖNOX?  

SCHÖNOX VD

  • Auf nahezu allen Flächen einsetzbar
  • Haftvermittelnd
  • Reduzierung der Saugfähigkeit
  • Reststaubbindung
  • Konzentrat
  • Für Wand und Boden, im Innenbereich
  • Lösemittelfrei
  • Feindispers
  • Filmbildend
Das bedeutet für Sie:
  • Ein Grundierung für fast alle Untergründe
  • Immer die richtige Grundierung auf der Baustelle
   
SCHÖNOX VD FIX 

  • Für Wand und Boden, im Innen- und Außenbereich
  • Schnell trocknend
  • Haftvermittelnd
  • Reduzierung der Saugfähigkeit
  • Reststaubbindung
  • Aufsprühfähig
  • Verarbeitungsfertig
  • Lösemittelfrei
  • Feinstdispers
  • Nicht filmbildend
 Das bedeutet für Sie:
  • Verarbeitungsfertige Grundierung
  • Sehr schnell, dadurch weniger Wartezeiten auf der Baustelle

SCHÖNOX SHP  

  • Kurze Ablüftezeit, ca. 1 Stunde
  • Haftvermittelnd
  • Lösemittelfrei
  • Leichtes gleichmäßiges Auftragen durch Rollen
  • Verarbeitungsfertig
  • Raue Oberfläche, da Füllstoff enthalten
  • Für Wand und Boden, im Innenbereich
  • Feindispers
Das bedeutet für Sie:
  • Grundieren und spachteln an einem Tag
  • Keine 2-K Grundierungen mehr notwendig


Und welche ist die sicherste Grundierung?

Rufen Sie uns an, so dass wir eine spezielle Aufbauempfehlung für Ihr Objekt erstellen können: 02547/910-325   

Marcus Brand Produkt Service Experte    


Quellen:
Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz  
Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz im Kommentar zur VOB Teil C, ATV DIN 18363        

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1. Verfestigung der oberen Randzone, unten drunter ein insgesamt zu weicher/poröser Putz
Grafik 2: Feinstdisperse Grundierung im Querschnitt als nicht filmbildendes System mit erhöhter Eindringtiefe. Grafik 3: Feindisperse Grundierung im Querschnitt als filmbildendes System liegen oberflächlich auf.
4. Keine ausreichende Haftung zwischen Untergrund und Spachtelmasse
5. Gitterschnittprüfung zeigt ein eindeutiges Bild